Dienste
UMTS umfasst erweiterte multimediale Dienste sowie satelliten-
und erdgestützte Sendeanlagen. Folgende Dienste können
über UMTS angeboten werden:
Zwischenmenschliche Kommunikation (Audio- und Videotelefonie)
Nachrichtendienste (Unified messaging, Video-Sprach-Mail,
Chat)
Informationsverteilung (World Wide Web browsing, Informationsdienste,
öffentliche Dienste)
Standortbezogene Dienste (persönliche Navigation, Fahrerunterstützung)
Geschäftsdienste (Prozessmanagement, Mobilität in
geschlossenen Räumen)
Massendienste (Bankdienste, e-Commerce, Überwachung,
Beratungsdienste)
Verbreitung
Momentan beanspruchen die breitbandigen Mobilfunknetze der
dritten Generation nur einen Bruchteil der Mobilfunknutzer
für sich. Weltweit gab es 82 3G-Netze im Oktober 2005.
Ende August 2005 gab es weltweit 32 Mio. 3G-Mobilfunknutzer.
Demgegenüber stehen 1,5 Milliarden GSM-Nutzer.
Geschichte
Das weltweit erste UMTS-Netz wurde 2001 durch die Manx Telecom
auf der Isle of Man in Betrieb genommen.
Die österreichische Mobilkom Austria startete am 25.
September 2002 das erste nationale UMTS-Netz Europas, jedoch
noch ohne entsprechende Mobiltelefone in größerer
Stückzahl für Endkunden anbieten zu können.
Der erste Anbieter mobiler Videotelefonie über ein UMTS-Netz
im deutschsprachigen Raum, der auch entsprechende Stückzahlen
von geeigneten Mobiltelefonen an seine Kunden geben konnte,
war der österreichische Anbieter Hutchison 3G Austria
im Mai 2003.
In Deutschland gab es erste Probeläufe im Jahr 2003.
Diese waren jedoch beschränkt auf einige wenige Firmenkunden,
die zudem auch nur Datenkarten nutzen konnten. Seit 2004 ist
UMTS auch in Deutschland kommerziell verfügbar, d.h.
es gibt nun auch entsprechende Mobiltelefone in ausreichender
Stückzahl, die auch Endkunden angeboten werden. Durch
die Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Juli/August 2000 nahm
die deutsche Bundesregierung über 49 Mrd. Euro ein. Scherzhaft
wird die Abkürzung UMTS daher auch mit "Unerwartete
Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden" erklärt.
Es wurden 6 Lizenzen zu je ca. 8 Mrd. Euro an die folgenden
Mobilfunkanbieter vergeben: T-Mobile Deutschland GmbH, Vodafone
D2 GmbH, MobilCom Multimedia GmbH, Auditorium Investments
Germany S.à.r.l. (ursprünglich ein Konsortium
aus E-Plus und Hutchison, später umfirmiert in E-plus
3G Luxemburg S.à.r.l.), O2 (Germany) GmbH & Co.
oHG sowie Quam GmbH. Die Lizenzen wurden am 06. Oktober 2000
erteilt. Die MobilCom Multimedia GmbH hat Ende 2003 freiwillig
ihre Lizenz an die RegTP zurückgegeben und auf die Ausübung
der Lizenz- und Frequenznutzungsrechte verzichtet.
Datenübertragungsverfahren
Es gab mehrere Phasen von UMTS. Die erste Phase (Release
1999) unterscheidet sich vom Vorgängersystem GSM vor
allem durch eine neue Funkzugriffstechnologie Wideband-CDMA,
die auf CDMA basiert. Durch diese werden höhere Übertragungsraten
möglich. Außerdem kann eine Mobilstation (vulgo:
das UMTS-fähige Endgerät) mehrere Datenströme
gleichzeitig senden, beziehungsweise empfangen. Damit können
Nutzer beispielsweise gleichzeitig telefonieren und E-Mails
empfangen.
Im FDD-Modus (Frequency Division Duplex, Frequenzmultiplex)
senden Mobil- und Basisstation in zwei verschiedenen Frequenzbereichen:
Im Uplink-Kanal sendet das Mobilteil, im Downlink-Kanal die
Basisstation. Derzeit bauen die deutschen UMTS-Netzbetreiber
ihre Netze im FDD-Modus auf, die damit erzielbare Datentransferrate
liegt derzeit bei 384 kbit/s für den Downlink.
Im TDD-Modus (Time Division Duplex, Zeitmultiplex) senden
Mobil- und Basisstation im gleichen Frequenzband, jedoch zu
unterschiedlichen Zeiten. Das Verfahren ist technisch aufwändiger,
vor allem wenn sich der Sender bewegt oder weit von der Basisstation
entfernt ist, können Timing-Probleme auftreten. Mit W-CDMA
im TDD-Modus soll eine Datentransferrate von bis zu 2 Mbit/s
für den Downlink erreicht werden können.
Technische Daten
Grundlegende Funk-Technologie: Wideband CDMA (WCDMA)
Nutzfrequenzen:
1.900-1.920MHz (TDD)
1.920-1.980MHz (FDD-Uplink)
2.020-2.025MHz (TDD)
2.110-2.170MHz (FDD-Downlink)
Kanalbandbreite: 5 MHz
Chip-Rate bei FDD: 3,84 Mcps
Nutzertrennung: Code (CDMA); Frequenz (FDMA) |